Der Breitfußbeutelmäuserich rammelt sich zu Tode. In der Paarungssaison macht dieses australische Tierchen nichts anderes, bespringt jedes Weibchen, das ihm über den Weg läuft, umgreift es, beißt sich in den Pelz und juckelt los.

Der Akt dauert bis zu 14 Stunden. Dann ist die nächste Maus dran.

Zwei Wochen lang geht das so, das Beuteltiermännchen frisst nicht, es schläft nicht. Der Stress setzt ihm zu. Das Fell wird matt, sein Fleisch beginnt zu faulen, die Maus siecht. Spätestens zwei Wochen nach der letzten Kopulation sind alle Männchen tot.

Selbstmordsex.

Lange rätselten Forscher, welchen Sinn das bizarre Liebesleben der Breitfußbeutelmaus habe. Irgendwann stellte sich heraus: Die weiblichen Tiere werden alle zugleich brünstig. Die einzige Chance für ein Männchen sich fortzupflanzen liegt also darin, so schnell wie möglich so viele Weibchen wie möglich zu begatten.

Dass der Mäuserich stirbt, ist der Preis, den er zahlt, damit seine Gene weiterleben.

Ein Paarungsverhalten wie das der Beutelmaus

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 54/2018.
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