Zwei Tage lang hören sie aufmerksam zu, der Mann, den die Boulevardpresse "Folterbestie" getauft hat, und die Frau, der er Nase und Kiefer gebrochen haben soll, die er gedemütigt und geprügelt haben soll, bis sie bereit gewesen sei, sein höriges Werkzeug zu werden, sein Folterknecht. 

Zwei Tage, dann hat die psychiatrische Gutachterin im Landgericht Paderborn die klassische Rollenverteilung, wie die Anklageschrift sie nahelegt, auf den Kopf gestellt: der Mann als treibende Kraft und die Frau als sein Opfer und zugleich höriges Werkzeug – so sei es nicht gewesen, sagt Nahlah Saimeh an Tag 50 des Prozesses.

Wilfried W. und seine Ex-Frau Angelika, 48 und 49 Jahre alt, sollen in ihrem Haus in Höxter-Bosseborn über Jahre zahlreiche Frauen mit Annoncen angelockt, eingesperrt und nach einem System aus abstrusen Verhaltensregeln und perfiden Strafen gequält haben. Aber wer war die treibende Kraft hinter den Quälereien?

17 Jahre lang hielt ihre Beziehung; geschieden waren sie nur auf dem Papier, heute

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 28/2018.
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