An einem Morgen im Juni, der nach einem nahenden Gewitter riecht, klingelt ein alter Mann mit Seitenscheitel und gebügeltem Hemd an der Tür eines Bauernhauses im Böhmerwald. Er hat einen weiten Weg hinter sich, über zwei Landesgrenzen und Hunderte Kilometer hinweg, den letzten Teil des Wegs entlang einer Allee aus Birnbäumen. Der Mann kennt dieses Bauernhaus und die dunkelbraune, verwitterte Scheune am Ende des Schotterwegs. Er war schon einmal hier, im tschechischen Brnířov. Er ist wiedergekommen, weil er seinen Auftrag erfüllen will.

In der offenen Tür erscheint eine rundliche, faltige Frau in Baumwollkleid und mit Schürze, die aus blauen Augen, zu Schlitzen verengt, nach draußen guckt. Sie erblickt den Mann, wirft sich ihm um den Hals und umschlingt ihn mit den Armen. Sie lacht so breit, dass man sehen kann, wo ihr die Backenzähne im Gebiss fehlen. Die beiden sprechen ein atemloses Tschechisch.

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 34/2018.
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