Für Horst Seehofer ist es ein ungewöhnlicher Auftritt. Der Mann, der stundenlang ohne Notizen vortragen kann, liest vom Blatt ab. Der Bundesinnenminister stellt am vergangenen Dienstag den Verfassungsschutzbericht vor. Es geht um Extremisten von links und rechts, um Islamisten und Reichsbürger, um Spione und Cyberhacker. "Wir können nicht sagen, wir haben die Dinge im Griff", bilanziert der CSU-Chef.

Das gilt offenbar auch für ihn selbst. Als er seinen Sprechzettel beiseitelegt und doch frei zu reden beginnt, macht er fast einen bösen Fehler. Seehofer verkündet, dass das Bundesamt für Verfassungsschutz mehr Stellen bekomme. "Wenn ich es recht im Kopf habe, Herr Präsident, haben Sie alleine für dieses Jahr ..." Da unterbricht ihn der Geheimdienstchef hektisch. Die Zahl, die Seehofer gerade hinausposaunen will, ist nur streng vertraulich tagenden Gremien bekannt. Beinahe hätte der Minister ein Geheimnis verraten.

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 31/2018.
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