Sie zeigen den Besuchern noch immer diesen Film, in der Stasi-Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen. 30 Minuten düstere Diktatur, mit Behauptungen, die wie Gewissheiten anmuten. Ein jahrzehntealtes Gerücht wird in dem Film kolportiert, die Stasi könnte bei Gefangenen Blutkrebs mit Röntgengeräten erzeugt haben, aufgebracht von ehemaligen Häftlingen, bis heute unbelegt.

Ein Vergleich wird gezogen, 91.000 hauptamtliche Mitarbeiter habe das Ministerium für Staatssicherheit der DDR zum Schluss gehabt, die Gestapo im "Dritten Reich" lediglich 7000. Nicht nur, dass die Zahl an Gestapo-Leuten am Ende höher war – was soll dieser Vergleich sagen?

Der Film sei "etwas demagogisch", entschuldigt sich die Frau, die durch die Gedenkstätte führt. Als Jugendliche war sie "wegen Asozialität" ein Jahr lang in einer Jugendhaftanstalt der DDR eingesperrt, jetzt schleust sie die Besuchergruppe eineinhalb Stunden lang durch fensterlose Kellergefängnisse, Gummizellen und karge Vernehmungszimmer. Sie erzählt von "psychischer

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 42/2018.
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