SPIEGEL: "Wohnwahnsinn" haben Sie Ihr gerade erschienenes Buch über den deutschen Miet- und Kaufmarkt genannt, und wahnsinnig scheint tatsächlich, was Sie zusammengetragen haben: Zwischen 2012 und 2017 stieg der durchschnittliche Monatsverdienst um 11 Prozent. Die Preise für Neubau-Eigentumswohnungen in großen Städten aber stiegen um ungefähr 50 Prozent. Wie kommt es zu dieser Schere?

Seidenspinner: Der Auslöser war die Finanzkrise 2008. Damals wurden die Zinsen gesenkt und die Geldschleusen geöffnet, und plötzlich war international unglaublich viel Kapital verfügbar. Die Investoren schauten sich um, wo sie es möglichst gewinnbringend anlegen könnten.

SPIEGEL: Es ist doch auch für den deutschen Häuslebauer vorteilhaft, wenn die Hypothekenzinsen niedrig sind.

Seidenspinner: Das wäre korrekt, wenn die deutschen Käufer unter sich blieben. Aber es haben in den vergangenen zwei Jahrzehnten immer mehr ausländische Investoren den deutschen Immobilienmarkt entdeckt. Das hat zu enormer Nachfrage

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