Es gibt eine Formulierung, die Bürgermeister gern verwenden, wenn sie über Städte und Gemeinden im Allgemeinen reden, sie sagen "kommunale Familie". Das klingt nach Idylle, doch die Vorstellung ist abwegig. In Wahrheit spalten sich Deutschlands Städte, es sind 2058, in zwei Klassen auf. Und jedes Jahr rücken sie weiter voneinander weg.

Die einen haben vom Boom der vergangenen Jahre profitiert. Städte wie Braunschweig oder Jena bauten ihre Schulden ab, wenn sie überhaupt welche plagten. Viele nutzten das Finanzplus zum Wohl ihrer Bürger: für kostenlose Kitas, moderne Digitalnetze, gepflegte Parks. Dort lässt es sich leben.

Und dann gibt es Städte wie Hagen.

In welchen Zwängen sich Hagen befindet, fällt schon an Kleinigkeiten auf, am Ehrengrab für August Prentzel zum Beispiel. Prentzel war Stadtoberhaupt zwischen 1876 und 1900, der glorreichen Zeit, als am Südrand des Ruhrgebiets die Schwerindustrie aufblühte. "Die dankbare Stadt Hagen ihrem Oberbürgermeister" steht in goldenen Lettern auf poliertem

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 4/2019.
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