Trauerzeremonie für Agung am 29. September
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Trauerzeremonie für Agung am 29. September

Erdbeben in Indonesien

Warum ein Fluglotse sein Leben opferte

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Der Lotse im Tower hatte die Wahl, als im September das Erdbeben losbrach: Flüchten und das startende Flugzeug mit 148 Menschen an Bord im Stich lassen - oder bleiben. Von Uwe Buse

Sechs Stunden bevor Anthonius Gunawan Agung, 21 Jahre alt, entscheiden muss, ob er sein eigenes Leben rettet oder das von 148 Fremden, steigt er eine schmale Treppe empor, die ihn zu seinem Arbeitsplatz führt, im Tower des Flughafens von Palu auf Sulawesi, Indonesien. Es ist 12 Uhr mittags am 28. September, heiß und drückend wie an vielen Tagen in dieser Jahreszeit, und niemand ahnt, dass dieser Tag mit einer nationalen Tragödie enden wird, mit einem Erdbeben der Stärke 7,4 und mehr als 2000 Toten.

Agung trägt das weiße Hemd der Fluglotsen, trägt es voller Stolz, er ist der jüngste Sohn seiner Eltern. Das letzte Mal hat er mit seinem Vater und seiner Mutter am vergangenen Sonntag gesprochen, über WhatsApp, ein Videochat. Gesehen, umarmt hat er sie vor knapp einem Jahr, als er seinen Abschluss als Fluglotse mit ihnen feierte. Seine Eltern wohnen in Papua, Westneuguinea, rund 2000 Kilometer entfernt, zu weit, zu teuer ist die Reise, um die Eltern häufiger zu treffen.

Der Flughafen von Palu,

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 45/2018.
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