Francesca Melandri
Elisabetta Claudio
Francesca Melandri

Besuch bei Bestsellerautorin Francesca Melandri

Italiens Seele

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In Deutschland gefeiert, in ihrem Heimatland aber lange ignoriert: Francesca Melandris Roman "Alle, außer mir" liest sich wie ein Kommentar zur Politik der italienischen Rechten. Ein Besuch in Rom. Von Claudio Rizzello

In Francesca Melandris Roman stehen Sätze, die sind nicht von ihr. Es sind Sätze aus wahren Geschichten. Aus Geschichten, die Flüchtlinge ihr erzählten. Melandri hörte zu, auf ihren Reisen durch Afrika und Italien, fragte nach und notierte. Auf Lampedusa erzählte ihr ein junger Mann von seiner Flucht. Er habe während er auf dem Boot saß, mitten im Mittelmeer, weder Hunger noch Durst verspürt. Da sei nur die Angst gewesen, einzuschlafen. Wäre er aus dem Boot gefallen, sagte der junge Mann zu Melandri, ins offene Meer, niemand wäre für ihn umgekehrt.   

Francesca Melandri, 54, ist mit dem Roman "Alle, außer mir" ein literarischer Überraschungserfolg gelungen. Eine zuvor unbekannte italienische Schriftstellerin auf der SPIEGEL-Bestsellerliste, großes Kritikerlob. Das Buch schlägt einen Bogen zwischen den kolonialen Gräueltaten der Italiener in Afrika und dem Elend der Flüchtlinge von heute. Und es ist ein moralischer Familienausflug geworden der - ohne dass Melandri das so genau wissen konnte,

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