An dem Tag, seit dem die Geister der Vergangenheit so bedrohlich wirken wie selten zuvor, schien die Sonne in der kleinen Stadt Juiz de Fora. Tausende Menschen strömten durch die engen Gassen. Sie trugen ihren Präsidentschaftskandidaten Jair Bolsonaro wie einen Messias auf den Händen. Bolsonaros Körper steckte in einem engen gelben T-Shirt mit der Aufschrift "Meine Partei ist Brasilien". Er jubelte. Doch plötzlich rammte ihm ein Mann aus der Menge die Klinge eines Küchenmessers in den Bauch.

Bolsonaro sackte zusammen.

Er verlor zwei Liter Blut. Aber schon drei Tage später twitterte sein Sohn Flávio, dass das Land gerade einen neuen Präsidenten bekommen habe.

Bolsonaro als Präsident? Das ist eine Vorstellung, die den meisten Brasilianern lange wirklichkeitsfremd vorkam. Ein ultrarechter Hassredner im höchsten Staatsamt? Ein Mann, der einer Abgeordneten zurief, sie sei es nicht einmal wert, dass er sie vergewaltige? Der öffentlich erklärte, dass Schwarze sogar zum Kindermachen zu dumm seien?

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 40/2018.
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