Das gab es noch nie: Das Weiße Haus lobt, dass jemand in ein deutsches Altersheim eingewiesen wird. "Donald Trump hat den Job erledigt", jubelte seine Pressesprecherin am Dienstag. Endlich sei es gelungen, den "Kriegsverbrecher" und "widerwärtigen Nazi" Jakiw Palij nach Deutschland abzuschieben. Da war Palij, 95 Jahre alt und staatenlos, bereits in seinem neuen Zuhause eingetroffen, einem Seniorenzentrum in Ahlen.

Seit 2004 hatten die Amerikaner versucht, den Bauernsohn aus dem Dorf Pyadyky in der heutigen Südwestukraine loszuwerden. Die US-Staatsbürgerschaft war Palij bereits entzogen worden, weil er bei seiner Einreise 1949 gelogen hatte. Aber niemand mochte den Staatenlosen aufnehmen. Nicht die Ukraine, nicht Polen, zu dessen Staatsgebiet Pyadyky einst zählte, und auch nicht die Bundesrepublik. Denn gegen den einstigen SS-Oberwachmann Palij liegt hier nichts vor.

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 35/2018.
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