Der Zweite ist immer der erste Verlierer. Das ist einer dieser Sportlersprüche. Kein schöner Satz. Er ist auch der Titel einer Biografie des Rennfahrers Ayrton Senna. Senna hat diesen Satz gelebt, man muss auch sagen, dass er an diesem Satz gestorben ist, 1994 bei einem Rennen in Imola. Er wollte der Beste sein, immer und unbedingt.

Die Welt einzuteilen in Sieger und Verlierer, das passt nicht mehr zum Common Sense moderner Gesellschaften. Siegen und Verlieren, das sind Kategorien des Krieges, des Kampfes, der Schlacht. Wir sind stolz darauf, dass unsere Idee vom Zusammenleben auf Anteilnahme und Fürsorge beruht, darauf, dass man vermeintlich Schwächeren beisteht und vermeintlich Bessere einschränkt, dass Siegen und Verlieren eben keine Kategorien sind, die unser Leben bestimmen. Frieden statt Krieg.

Wahrscheinlich ist genau das aber die Faszination des Sports und seiner Helden: Dort wird etwas gestattet, was eigentlich verboten ist und doch irgendwie in uns zu stecken scheint. Siegen oder

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 34/2018.
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