TYLER HICKS / THE NEW YORK TIMES / LAIF

Reportage aus dem Bürgerkriegsland Jemen

Der stille Tod

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Das Bürgerkriegsland erlebt einen massiven Absturz seiner Währung. Nahrungsmittel, Medikamente und sauberes Wasser werden unbezahlbar, Hunger und Seuchen sind die Folgen. Von Christoph Reuter

Die Soldaten an ihren Maschinengewehren können uns nicht sehen hinter den verspiegelten Scheiben des vorbeirasenden Geländewagens. Eine lange Reihe von Pick-ups säumt die Uferstraße, breitbeinig stehen die Uniformierten an den aufmontierten MGs. Sie sind geschickt worden, um im Zweifelsfall auf die Demonstranten zu schießen, mit denen wir gern reden würden. Doch so viel Transparenz ist nicht vorgesehen auf unserer Reise. Der Gouverneur der größten Provinz Hadramaut hat Journalisten eingeladen, um zu zeigen, wie sicher und ruhig seine Hauptstadt Mukalla ist. Dass der Hafen in Betrieb ist, der Ölexport läuft und es einen Jemen gibt jenseits von Granaten und Schüssen.

Jedenfalls bis zum dritten Tag unseres Aufenthalts.

Es ist Anfang September, seit dem Morgen sind Hunderte Demonstranten auf den Beinen, harren seit Stunden in der Hitze aus, verbrennen Reifen, blockieren Straßen. "Tränengas?" Ein bitteres Auflachen des offiziellen Begleiters im Auto, der offen lässt, auf welcher Seite er steht:

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 45/2018.
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