In seinem Nordlondoner Büro begegnet Richard Ferrer dem Feind stets auf Augenhöhe. Er hat ein Bild von ihm an die Wand gepinnt, zusammen mit der Schlagzeile "Nicht gut genug". Das Bild zeigt Jeremy Corbyn, Chef der britischen Labourpartei, wie er treuherzig in die Kamera blickt. "Da hängt er", sagt Ferrer, als er am Mittwoch dieser Woche zum Gespräch bittet – "möge Gott mit ihm sein."

Richard Ferrer, 47, ist Chefredakteur der "Jewish News", verkaufte Auflage: 25.000. Außerhalb Londons kannte das Blatt bis vor Kurzem kaum jemand, Ende Juli änderte sich das schlagartig. Da veröffentlichte die "Jewish News" gemeinsam mit zwei anderen jüdischen Zeitungen auf Seite eins einen beispiellosen Warnruf. Er gipfelte in dem Satz, Corbyn sei eine "existenzielle Bedrohung" für Juden in Großbritannien. Die Formulierung stammte aus Ferrers Feder. "Es musste sein", sagt er.

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 34/2018.
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