SPIEGEL: Herr Dijsselbloem, auf dem Höhepunkt der Eurokrise hatten Sie es 2015 mit einer neuen, populistischen Regierung in Athen zu tun, mit Yanis Varoufakis als Finanzminister. Was raten Sie Ihren Kollegen heute im Umgang mit der Regierung in Rom, die sich ebenfalls weigert, sich an europäische Vorgaben zu halten?

Dijsselbloem: Das Signal der EU muss klar sein: Wir lassen uns von der italienischen Regierung nicht erpressen. Wenn Italien den Zugang zu den Finanzmärkten verliert, wird Europa es nicht retten können.

SPIEGEL: Die 400 Milliarden Euro Feuerkraft, über die der Euro-Rettungsschirm ESM noch verfügt, reichen nicht aus?

Dijsselbloem: Der italienische Staat benötigt in den kommenden fünf Jahren 250 Milliarden Euro, um sich zu refinanzieren – pro Jahr. Der ESM kann Italien also höchstens zwei Jahre über Wasser halten, das wäre sinnlos. Dazu kommt, dass nicht viele Mitgliedstaaten scharf darauf sein dürften, ausgerechnet diese Regierung zu unterstützen. Daher müssen die Staaten der Eurozone

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 49/2018.
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