In Deutschland stand "Jude" auf dem Stern, in Frankreich "Juif", in den Niederlanden "Jood". Zehn Pfennige mussten die Opfer in Hamburg oder Berlin für den Aufnäher entrichten und sich in einer "Empfangsbescheinigung" verpflichten, "das Kennzeichen sorgfältig und pfleglich zu behandeln".

Der sogenannte Judenstern zählt zu den bekanntesten Symbolen für die Verfolgung des europäischen Judentums durch die Nationalsozialisten. Der Stern - zu tragen auf der linken Brustseite - war eine perfide Stigmatisierung. Und er erleichterte es den Schergen, die Opfer in der Gesellschaft zu isolieren, sie zu finden und in Gettos und Vernichtungslager zu transportieren. Rund sechs Millionen Menschen starben.

Die Jenaer Kulturwissenschaftlerin Anna Georgiev hat sich mit der Geschichte dieses Abzeichens beschäftigt, sie hat Museumsbestände durchforstet, Zeitzeugenberichte ausgewertet, alte Aufnahmen gesichtet. Das Ergebnis ist eine kleine Studie* über einen demütigenden Alltag - und die wechselvolle

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