Julian Reichelt war Mitte zwanzig, als Zeta ihn eroberte. »Die Kälte eint unsere klirrenden Herzen«, schrieb er im Winter 2005. »Unsere fröstelnden Blicke verstehen sich.«

Zeta war sein Hund. Ein Labradormädchen. Reichelt widmete ihr – und sich – im Boulevardableger »Tier Bild« eine Kolumne: »Reichelt streichelt«.

Der Leser erfuhr von Zetas Faible für Pasta mit Scampi ("verfressen wedelndes Wunder"). Manchmal rollte sie sich in Reichelts Mantel ("Mein Geruch ist ihre Höhle"). Kränkelte Zeta, war jeder Kilometer zum Tierarzt »ein Kilometer bewusster Liebe«. Sitz, Platz. »Pfote diem!«

Zeta ist lange tot, begraben unter einer Eiche. Und Reichelt befehligt heute einen Kettenhund. So hatte Verleger Axel Cäsar Springer seine Schöpfung »Bild« einst bezeichnet. Gestreichelt wurde da noch nie. Doch unter Oberchefredakteur Reichelt ist »Bild« so aggressiv wie lange nicht.

Es wird getrieben und gejagt, mal geht es gegen Hartz-IV-Betrüger, mal gegen ausländische SPD-Mitglieder. Was »Bild« an Auflage verloren

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 17/2018.
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