Jeden Morgen um sieben Uhr, wenn sich die Sonne aus den Wolken schält und die Europäer ihre letzten Fotos vor der Silhouette von Angkor Wat schießen, legt sich über das Plätschern der Stimmen im Dschungel ein dröhnendes Brummen. Jeder Händler an den Rändern von Siem Reap im Nordwesten Kambodschas weiß, was das heißt: Die Reisebusse der Chinesen rollen an.

Gegen halb acht drängen sich Hunderte Chinesen vor der Tempelanlage, darunter 23 Touristen aus Guangzhou, mit Hut und surrendem Handventilator. Sie versammeln sich um ihren Reiseleiter Dara Say(*), einen Kambodschaner mit wachem Blick und breitem Silberring, der die Reisenden aus Guangzhou für die kommenden fünf Tage begleiten wird. Er erklärt ihnen durch ein knarzendes Mikrofon, dass Angkor Wat im zwölften Jahrhundert gebaut worden sei, als die Macht des Khmer-Reichs auf ihren Höhepunkt zustrebte. "Ein Wunder!", ruft Say.

Aber die Chinesen hören ihm nicht zu. Sie sind mit ihren Smartphones beschäftigt. Fotografieren einen See. Fotografieren

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 32/2018.
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