SPIEGEL: Die Demokratische Republik Kongo hat in den vergangenen Jahren mehrere Ebola-Ausbrüche recht schnell wieder in den Griff bekommen. Was ist diesmal anders?

Farrar: Mich beunruhigen drei Dinge: dass das Virus erstens jenem Ebola-Virus ähnelt, das vor vier Jahren die verheerende Epidemie in Westafrika verursachte. Zweitens, dass der Erreger bereits die Millionenstadt Mbandaka erreicht hat, von wo aus er per Fluss und Straße in drei Großstädte in drei verschiedenen Ländern gelangen könnte, darunter in die Megacity Kinshasa. Und drittens gibt es in der Demokratischen Republik Kongo rund fünf Millionen Vertriebene und Flüchtlinge, was Aufklärungskampagnen über Ebola und das Auffinden möglichst aller Kontaktpersonen von Erkrankten sehr erschweren könnte.

SPIEGEL: Was wäre das Worst-Case-Szenario?

Farrar: Dass sich das Ebola-Virus wie vor vier Jahren in Westafrika unkontrolliert in unübersichtlichen Millionenstädten wie Kinshasa oder Brazzaville ausbreitet. Das wäre wirklich beängstigend.

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 23/2018.
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