"Verrückte Zeiten", sagt Kenneth Clarke, noch bevor er in seinem Büro die Hand zum Gruß reicht. Der große alte Mann der Konservativen hat in bald 50 Jahren im britischen Parlament etliche große Schlachten über Europa mitgeschlagen. Er war Minister unter Thatcher, Major, Cameron, und er wäre höchstwahrscheinlich selbst ganz nach oben gelangt, "wenn ich nicht zu pro-europäisch gewesen wäre". Clarke gilt, neben Michael Heseltine, als der beste Premierminister, den Großbritannien nicht hatte. Nie aber, sagt der 78-jährige Abgeordnete, habe er ähnliche Zerwürfnisse erlebt wie in diesen Wochen, in denen der Brexit – vielleicht, vielleicht auch nicht – auf die Zielgerade einschwenkt. Ein Gespräch darüber, wie und ob es weitergeht.

SPIEGEL: Mister Clarke, Sie wirken angesichts der Umstände erstaunlich entspannt. 

Clarke: Tja, wissen Sie, es ist gerade eine bizarre Situation. Seit Premierministerin Theresa May versprochen hat, die Europäer dazu zu bringen, das Austrittsabkommen noch einmal neu zu verhandeln, wartet hier jeder auf ein Wunder. In der Zwischenzeit versucht die Regierung alles, um zu verhindern, dass sich das Parlament mit irgendetwas Wichtigem beschäftigt. Am Montag haben wir den ganzen Tag über die Zukunft des britischen Sports debattiert! Ich mache hier wirklich schon sehr lange Politik, aber ich habe in meinem ganzen Leben noch keine derart verrückte Situation erlebt.  

SPIEGEL: Warum versucht die Premierministerin etwas, das die EU schon mehrfach vehement ausgeschlossen hat?

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