Das Angebot, das der Zöllner aus Bremerhaven bekommen hatte, war verlockend: Er müsse nur ab und zu bestimmte Autos aus dem Freihafen der Stadt ohne Kontrolle durchwinken. Für jedes Mal sollte er 3000 Euro bekommen, etwa ein Monatsgehalt.

Bremerhaven ist eine überschaubare Stadt, man kennt sich. Der Zöllner wusste, wer der Mann war, der ihn bestechen wollte. Beide sind in Bremerhaven aufgewachsen. Sie hatten einst zusammen eine kaufmännische Ausbildung absolviert, und man traf sich immer noch ab und zu im Fitnessstudio "Outfit". Trotzdem widerstand der Beamte der Versuchung und erstattete Anzeige. Den reuigen Täter verurteilte das Amtsgericht Bremerhaven im Frühjahr zu sechs Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung.

Bremerhaven hat nur 110.000 Einwohner, ist aber der viertgrößte Containerhafen Europas. Und neben Hamburg die Stadt, über die das meiste Kokain aus Südamerika nach Deutschland gelangt.

Zollfahnder sind dort mit einer aufwendigen Operation in eine Szene vorgedrungen, in der Gangster

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 32/2018.
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