SPIEGEL: Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat vergangene Woche eine neue Empfehlung zur maximalen Lärmbelastung präsentiert, die Deutschland schlecht dastehen lässt. Wird hierzulande zu wenig getan, um Menschen vor allzu lauten Geräuschen zu schützen?

Hellbrück: Ja. Handlungsbedarf gibt es unter anderem dort, wo man es nicht auf Anhieb vermutet: bei Windkraftanlagen. Nach der neuen WHO-Empfehlung sollten Windräder einen Schallpegel von 45 Dezibel nicht überschreiten; doch hierzulande werden Anlagen bewilligt, die deutlich mehr Lärm verursachen. Das rhythmische Rauschen, das von ihnen ausgeht, ist sehr lästig und passt zur generellen Lärmentwicklung.

SPIEGEL: Wie meinen Sie das?

Hellbrück: Früher waren einzelne Autos und Flugzeuge zwar deutlich lauter als heute; doch die höhere Verkehrsdichte macht den positiven Effekt wieder zunichte. Heute liegt ein durchgehender Geräuschteppich auf dem Land, der nicht nur dadurch verursacht wird, dass der Verkehr stark zunommen hat, sondern eben auch

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