Keine Erklärungen und keine Klezmer-Klarinetten, das sind die zwei Gebote, die Alexa Karolinski in ihrem Film "Lebenszeichen – Jüdischsein in Berlin" befolgt. Die autobiografische Dokumentation der Berliner Regisseurin stellt nur Fragen, an ihre Familie, an die Welt, an sich selbst. Sie verweigert sich den Klischees und dem Kitsch und behauptet auch keinen Neuanfang. So wird ihr Film das deutsch-jüdische Kunstwerk ihrer Generation, der dritten nach der Schoah.

Die erste Generation, die der Überlebenden, musste verdrängen, um sich in Deutschland ein Leben aufzubauen. Die zweite Generation bekam von ihren Eltern viel Angst mitgegeben. Die dritte besteht aus vielen kleinen Generationen: deutsch-jüdisch, post-DDR, postsowjetisch, postisraelisch. Über sie alle wird viel gesprochen, sie alle sprechen auch selbst, in Memoiren, Romanen und anderen Icherzählungen – belassen es aber oft bei Gefälligkeit, bei kritischen Posen.

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 34/2018.
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