Die Planungen für den großen Tag laufen seit Monaten. Im Stillen, ohne mediales Grundrauschen. Seinen Facebook- und Twitter-Account hat Micah White abgeschaltet, Interviews gibt er nicht mehr. Sogar seinen Wohnsitz hat er ins Hinterland verlegt: ins pittoreske Kingston am Rande der Catskill Mountains, gut zwei Autostunden nördlich von New York City.

Am kommenden Samstag aber wird White zurückkehren nach Manhattan, wo alles begonnen hat. Im Zuccotti Park, gegenüber von Ground Zero, rief er im Herbst 2011 mit Freunden "Occupy Wall Street" ins Leben, um gegen den Kasinokapitalismus zu protestieren. Der hatte den Westen in die größte Finanzkrise und die tiefste Rezession seit 80 Jahren gestürzt. Die Pleite der amerikanischen Investmentbank Lehman Brothers am 15. September 2008 war das 9/11 der Weltwirtschaft.

Aus Whites lokaler Graswurzelbewegung wurde rasch ein globales Phänomen. Plötzlich zogen Hunderttausende, zumeist Jugendliche, durch Amerikas Großstädte; durch London, Paris, Barcelona,

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