Es ist Nacht in Berlin-Kreuzberg, stockdunkel, und das ist gut für ihren Plan. Luise kauert hinter einer Hecke in einem kleinen Park und wartet auf das Signal. Dann läuft sie los, Richtung Axel-Springer-Verlagshaus, vor sich trägt sie eine Kiste voller brennender Grabkerzen. Hinter ihr gehen ihre Mitstreiter, auch sie bepackt mit Grabkerzen.

Luise und ihre Kameraden sind Mitglieder des Sozialistisch-demokratischen Studierendenverbandes (SDS), die Organisation steht der Linkspartei nahe. Auf den Tag genau vor 50 Jahren schoss ein rechtsradikaler Attentäter auf Rudi Dutschke. Später erlag der Studentenführer den Verletzungen. Luise ist überzeugt: Damals wie heute trägt der Springer-Verlag Mitschuld an der Gewalt im Land. Damals hetzte die "Bild"-Zeitung gegen frei denkende Studenten. Heute gegen Geflüchtete, Migranten und Frauen.

Kurz bevor Luise die Straße erreicht, flammt das Licht eines Beamers auf, wirft eine Projektion auf die Fassade des Springer-Gebäudes: "50 Jahre Hetze -

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