Der heimliche Herrscher Rumäniens heißt Liviu Dragnea. Wie Jarosław Kaczyński, der polnische Nationalkonservative, lenkt er die Regierung in Bukarest, ohne ein Staatsamt innezuhaben, allein kraft seiner Autorität als Chef der stärksten Partei. Dragnea gilt als korrupt, ein zynischer Machttechniker. Das unterscheidet ihn von Kaczyński, dem gläubigen Nationalisten und Ideologen. 

Aber: Beide wollen das Justizsystem ihres Landes seiner Unabhängigkeit berauben und von der Regierungsmehrheit im Parlament kontrollieren lassen. Der Pole Kaczyński tut das, um sein Ideal vom starken Staat zu verwirklichen, schlimm genug. Der Rumäne Dragnea dagegen will sich und sein Netzwerk vor der Verfolgung durch Antikorruptionsbehörden schützen. Die furchtlose Staatsanwältin Laura Codruţa Kövesi hat er bereits aus dem Amt drängen lassen. Bleibt noch sein größter Feind: der deutschstämmige Präsident Klaus Johannis.

De facto mit nur wenig Macht ausgestattet, versuchte Johannis, wann immer es ging, Dragneas Vorhaben

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 34/2018.
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