Beim ersten Mal blieb ich nur eine knappe Stunde. Ich hatte mir damals ansehen wollen, wie Ludwigshafen Abschied von seinem berühmten Bürger Helmut Kohl nahm. Ich sah eine verwahrloste Geisterstadt, durch die ein Totenauto rollte, eskortiert von Motorrädern. Das war im vergangenen Jahr. Es nieselte, und mir ging es nicht gut. 

Ich schrieb eine Kolumne, in der ich behauptete: "Verglichen mit Ludwigshafen wirkte jeder Pissbahnhof in Vorpommern wie ein blühender Zukunftsort." Es sollte nicht verächtlich klingen, sondern traurig, aber das kam in Ludwigshafen nicht an. Es gab einen kleinen Shitstorm unterm Hashtag #Pissbahnhof, die Lokalzeitung interviewte mich, Bürger luden mich ein, um mir ihre Stadt zu zeigen, und am Jahresende bekam ich einen Kalender mit den schönsten Bildern von Ludwigshafen.

Den habe ich mit nach Tel Aviv genommen, aber noch nicht aufgehängt.

Ich kam mit der Bahn. Man braucht fünfeinhalb Stunden von Berlin. Ich lief durch lange düstere Unterführungen und dann die Bahnhofstraße

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 44/2018.
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