Am schlimmsten sind die Wochenenden. Dann darf Brasiliens prominentester Häftling keinen Besuch empfangen – eine Qual für einen Mann, der das Bad in der Menge genießt. Nur ein Chor von Anhängern, die vor dem Gefängnis ausharren, unterbricht dreimal am Tag die Stille: "Guten Tag, Präsident Lula!", skandieren sie.

Luiz Inácio Lula da Silva hört es, obwohl seine Zelle nicht zur Straße liegt, die Fans benutzen ein Megafon. "Die Grüße bauen ihn auf", versichert Wagner Freitas, Chef des brasilianischen Gewerkschaftsbundes CUT, der den Ex-Präsidenten im Gefängnis besucht hat. Gemeinsam mit rund hundert Anhängern stimmt er in den täglichen Chorus ein.

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 35/2018.
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