Am schlimmsten sind die Wochenenden. Dann darf Brasiliens prominentester Häftling keinen Besuch empfangen – eine Qual für einen Mann, der das Bad in der Menge genießt. Nur ein Chor von Anhängern, die vor dem Gefängnis ausharren, unterbricht dreimal am Tag die Stille: "Guten Tag, Präsident Lula!", skandieren sie.

Luiz Inácio Lula da Silva hört es, obwohl seine Zelle nicht zur Straße liegt, die Fans benutzen ein Megafon. "Die Grüße bauen ihn auf", versichert Wagner Freitas, Chef des brasilianischen Gewerkschaftsbundes CUT, der den Ex-Präsidenten im Gefängnis besucht hat. Gemeinsam mit rund hundert Anhängern stimmt er in den täglichen Chorus ein.

Sie sind aus allen Teilen des Riesenlandes gekommen: Indigene aus Bahia, Landlose aus Minas Gerais, Kleinbauern aus dem armen Nordosten. Ihre nackten Füße stecken in Plastiklatschen, T-Shirts mit dem Bild ihres Idols schlottern um ihre meist hageren Körper. Drei Tage lang hat die Fahrt mit dem Bus nach Curitiba gedauert, 450 Kilometer südlich von São

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 35/2018.
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