Am 17. Oktober 1986 treffen sich zwei ältere Herren zum Mittagessen in Pullach. Der eine ist Hans-Georg Wieck und leitet den Bundesnachrichtendienst (BND). Der andere ist Martin Broszat, Direktor des renommierten Instituts für Zeitgeschichte in München.

Der umtriebige Broszat plant ein Handbuch über die Sowjetische Besatzungszone (SBZ), aus der 1949 die DDR hervorging. Noch steht die Mauer, und die DDR-Archive sind für Westler weitgehend verschlossen. Broszat hofft auf "Amtshilfe" vom BND. Der Dienst soll ihm geben, was seine Agenten über jene Zeit zusammengetragen haben.

Sein Gesprächspartner vom Geheimdienst, sonst so auf Diskretion bedacht, stimmt zu. Unter drei Bedingungen: Broszat dürfe nicht selbst im BND-Archiv suchen, sondern müsse sich mit dem begnügen, was Pullach herausgebe. Außer dem Chefarchivar des Instituts dürfe niemand erfahren, woher die Papiere stammten. Und drittens wolle der BND seinerseits Unterlagen des Instituts erhalten, "soweit sie für die Geschichte des deutschen

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 41/2018.
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