Ein Morgen im November, neun Uhr, Martin Schulz sitzt beim Frühstück in seinem Berliner Hotel. Vor ihm ein Kaffee, neben ihm ein Mitarbeiter. Seit einer Stunde analysiert der Ex-Kanzlerkandidat die Weltpolitik. Donald Trump? Habe bei den Kongresswahlen endlich mal auf die Mütze bekommen. Europa? Müsse mal die Kurve kriegen. Und die SPD?

"Wir müssen dann jetzt los", sagt sein Helfer.

Schulz bleibt sitzen. Nichts beschäftigt ihn dieser Tage so sehr wie die große Misere der Sozialdemokratie. Er streckt den Rücken durch, verschränkt die Arme vor der Brust. Kampfhaltung.

"Es läuft beschissen", sagt Schulz. "Aber sollen wir deshalb den Laden dichtmachen? Nee, danke."

Martin Schulz ist jetzt 62, und es ist schon eine erstaunliche Geschichte, dass er überhaupt noch Politik macht. Nach seinem fürchterlichen Scheitern bei der Bundestagswahl hätte er allen Grund dazu, sich endlich den schönen Dingen im Leben zuzuwenden, der Ehe, dem Garten oder dem Schreiben. Stattdessen fliegt er durch die Welt und tritt

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 47/2018.
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