Der Friedhof wirkt verwahrlost: ein halber Hektar Wüste, eingefasst von Steinmauern. Auf der linken Seite ein baufälliges Leichenhaus, in der Ecke schräg gegenüber ein verrosteter Blechsarg. Die Holzkreuze sind umgefallen, die meisten Gräber wurden zugeweht vom Sandstaub, den der Harmattan aus der Sahara an die Atlantikküste trägt, nach Nouadhibou, einer Hafenstadt im Nordwesten Mauretaniens.

Es ist ein Friedhof der Namenlosen. Hier ruhen Migranten, die auf dem Seeweg nach Europa umgekommen sind, mindestens achtzig wurden an diesem tristen Ort beerdigt, aber ihre exakte Zahl ist ebenso unbekannt wie ihre Herkunft. Es sind anonyme Opfer der großen Fluchtbewegung aus Westafrika vor über zwölf Jahren. Sie wollten auf die 800 Kilometer entfernten Kanarischen Inseln, auf spanisches Staatsgebiet. Doch viele der hochseeuntauglichen und überladenen Fischerboote, in denen sie damals aufbrachen, kenterten, Tausende starben im Meer, einige Leichen wurden wie Strandgut an die Küste geschwemmt.

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