Die Theaterrevolution stinkt nach Schafskot an diesem Juniabend im Innenhof der Kunsthochschule im belgischen Gent. Auf einer Grünfläche, die mit frischem Dung bedeckt ist, kauert der Regisseur Milo Rau zwischen blökenden Schafen und versucht, ein Zweipersonenzelt am Boden festzuzurren. "Ich bin neugierig, wie es sich anfühlt, hier mitten in der Herde zu schlafen", sagt er, während ein Kameramann und ein Tonmann die Szene aufnehmen. "Gut möglich, dass ich kein Auge zukriege."

Ein Dutzend junge Theaterleute und der Hüter der Schafherde, ein afrikanischstämmiger belgischer Kunststudent namens Bilal Alnouri, haben sich kurz vor 23 Uhr im Uni-Innenhof versammelt, wo sie dem Theatermacher Rau beim Herrichten seiner Schlafstatt zusehen. Den Entschluss, inmitten der Schafe zu nächtigen, hat Rau ein paar Stunden zuvor gefasst, angeblich spontan. Die Aktion dient der Vorbereitung für eine Premiere, mit der Rau und sein Team Ende September ihre Intendanz im NT Gent, dem stolzen Theater im Herzen der

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 29/2018.
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