SPIEGEL: Das Möbelhaus Ikea verzichtet in seinem neuen Katalog weitgehend auf Bücher in Bücherregalen. Sind Bücher nicht mehr vorzeigbar?

Vonhoff: Schlau, nicht? Die haben ein Näschen für Trends. Ich kenne junge Erwachsene, die sich damit rühmen, ihr Abitur gemacht zu haben, ohne auch nur ein einziges Buch gelesen zu haben. Da sehen Sie schon, wo es hingeht.

SPIEGEL Lesen die jungen Leute nicht mehr?

Vonhoff: Das lässt sich nicht für alle jungen Menschen gleich beantworten. Es gibt aber eine deutliche Verlagerung hin zur Nutzung von elektronischen Medien. Viele junge Menschen lesen, wenn sie überhaupt lesen, E-Books. Ikea verkauft Möbel an junge Menschen, erste, zweite Einrichtung. Die Zielgruppe hat das gesammelte Wissen der Welt auf dem Handy in der Hosentasche. Die brauchen keine gedruckten Bücher mehr.

SPIEGEL: Was ist mit dem Buch als Statussymbol? Mit Thomas Manns gesammelten Werken im Wohnzimmer lässt sich doch Eindruck machen.

Vonhoff: Statussymbole verlagern sich. Heute ist wichtig,

Gutes lesen. Mehr verstehen.

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