Noch heute wäre die Stadtmauer von Uruk ein mittleres Weltwunder: etwa neun Kilometer lang, bestückt mit wohl 900 halbrunden Wehrtürmen – nicht schlecht für eine Metropole der Jungsteinzeit.

Uruk lag im fruchtbaren Schwemmland zwischen Euphrat und Tigris; bis zu 50.000 Menschen lebten im Schutz der imposanten Einfriedung. Heute ist die Gegend im Südosten des Irak eine staubige Ödnis. Aber damals, um 3200 vor Christus, war Uruk die größte Ansiedlung der Welt – und so reich, dass ein mächtiger Wall gegen Überfälle ratsam schien.

Der amerikanische Anthropologe James Scott aber sieht in dem Bollwerk aus getrockneten Lehmziegeln einen weiteren Zweck: die Abschreckung nach innen. Die Mauer von Uruk, so glaubt er, schloss nicht nur Angreifer aus, sondern auch die Bewohner – zumindest symbolisch – ein.

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 33/2018.
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