Die Augenlider und Schultern gesenkt, die Hände vor der Gürtelschnalle gefaltet: So steht er da und wartet. Immer, wenn die Frauen sich vor ihm ausziehen. Sie nennen ihn "Mister Lee". Sie sind aufgeregt, wenn er da ist. Die 73-jährige Heidi Krohn hat eben zur Begrüßung seinen Namen in die Länge gezogen. "Mister Leeee, schauen Sie!" Dabei legte sie einen neuen Reißverschluss und eine Handvoll Knöpfe auf den Esszimmertisch.

Nun streift sie so ungeniert wie vor einem Arzt ihren Rock und die Bluse ab. Steht in Unterwäsche da, fummelt sich in ihr neues Kleid und in die glitzernden Pumps, die sie extra für die Anprobe mitgebracht hat. "Sie sind ein wahrer Künstler", sagt Krohn. Lee sagt nichts und schaut auf den Boden. Er heißt in diesem Text anders, wie auch die Frauen andere Namen tragen. Es soll für ihn kein Problem mit den Behörden geben. Und die Frauen wollen nicht, dass andere Frauen "sich auf ihn stürzen", ihn wegschnappen. Ihren Schneider aus Südkorea.

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