Er trägt einen schwarzen Hoodie, die Kapuze hat er tief in die Stirn gezogen, als wolle er sich darin verstecken. Ansonsten sieht Marko (Name geändert) aus wie ein typischer 13-Jähriger, irgendwo zwischen Kind und Teenager, ein bisschen pausbäckig noch, mit Sneakers und grünen Shorts. Für seine Freunde ist er Mitte April von der Bildfläche verschwunden. Er kam nicht mehr zur Schule, schrieb keine WhatsApp mehr, sagte auch nicht Tschüs.

"Ging ja nicht", sagt er und guckt resigniert geradeaus. Schließlich sollte keiner wissen, dass an diesem Tag sein Zuhause zwangsgeräumt wurde und er auf der Straße stand. Mit nicht viel mehr als seinen Kleidern am Leib.

Der Auszug aus der Wohnung im Berliner Osten glich einer Flucht. Marko, seine drei Geschwister und sein Vater hatten je einen Rucksack auf dem Rücken. Was da nicht reinpasste, blieb zurück. "Wir haben quasi die Tasse vom Frühstück noch auf dem Tisch gelassen", sagt Markos Vater. Wo hätten sie die Sachen auch hinbringen sollen?

Eine neue Wohnung

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 20/2018.
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