Siebenmal musste Vanessa Knapp aussagen. Einmal bei der Polizei, einmal beim Gutachter und fünfmal vor Gericht.

"Jedes Mal war es eine Tortur", sagt sie. Im Detail zu beschreiben, was der Stiefvater ihr angetan hatte, während er nur wenige Meter entfernt im Gerichtssaal saß, ihr Fragen stellte, "das hat mich fertig gemacht", sagt Knapp. Der Stiefvater hatte sie missbraucht, vergewaltigt, zu Hause, im Auto, im Urlaub. Es begann, als sie vier Jahre alt war, und hörte erst auf, als sie mit 16 von zu Hause auszog.

Die Termine vor Gericht haben sie retraumatisiert, sagt Knapp, die eigentlich anders heißt. Sie bekam Panikattacken, eine posttraumatische Belastungsstörung wurde diagnostiziert, jetzt ist sie erwerbsunfähig, trotz abgeschlossenen Studiums.

Knapp möchte das Thema abschließen, ihre Anzeige liegt schon neun Jahre zurück, sie ist mittlerweile 32. Erst musste sie zwei Jahre auf die Anklageschrift warten, dann zwei weitere auf die erste Gerichtsverhandlung. Der Stiefvater ist bis heute auf

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 36/2018.
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