Ralf Berends kam von einem Flohmarkt im friesischen Jever, als sein Herz aufhörte zu schlagen. Sein Volvo krachte gegen einen Baum. Ein Sanitäter war zufällig Zeuge und holte den Verunglückten zurück ins Leben.

Berends, 61, leidet an einer angeborenen Herzmuskelerkrankung. Inzwischen ist er stationärer Patient im Herzzentrum Bad Oeynhausen und wartet auf ein neues Pumporgan. "Ich verstehe nicht, warum nicht mehr Menschen ihre Organe spenden", sagt er, "Dann wäre ich vielleicht in einem Monat hier wieder raus."

Nur 9,7 hirntote Spender pro eine Million Einwohner gab es in Deutschland 2017 – in Spanien waren es fast fünfmal so viel. Im ersten Halbjahr 2018 spendeten 484 Deutsche ihre Organe, viel zu wenige, um den mehr als 10 000 Patienten auf den Wartelisten zu helfen. Alle Versuche, die Spendenbereitschaft durch Appelle zu erhöhen, haben nur wenig gebracht.

Als Ausweg schlägt Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) jetzt die Einführung der "Widerspruchslösung" vor: Jeder Deutsche wäre damit

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