Die überraschendste Zahl kommt aus Polen: Kein anderes Industrieland lässt so viele Ausländer mit befristeter Arbeitserlaubnis herein wie der osteuropäische EU-Staat. Nach OECD-Berechnungen waren es 670.000 im Jahr 2016, 10.000 mehr als in den USA. Ausgerechnet Polen, dessen nationalkonservative Regierung sich 2015 weigerte, einige Tausend Flüchtlinge aus Syrien vor Bombenhagel, Unterdrückung und Armut zu retten. Die meisten der Arbeitsmigranten kommen aus der Ukraine und aus Weißrussland über die Grenze. Sie sind Saisonarbeiter in der Landwirtschaft, sie mauern, pflegen, kochen, putzen oder stehen an den Fließbändern der polnischen Wirtschaft.

Die Zahl weist auf einen Widerspruch hin, der nicht nur in Polen, sondern auch in Ungarn, der Slowakei und Tschechien zu einem politischen Problem für die Regierenden werden könnte. Alle vier Länder haben sich unter Führung rechter Politiker dem europäischen Mechanismus zur Verteilung von Flüchtlingen verweigert. Denn in den sogenannten Visegrád-Staaten

Lade...

Gutes lesen. Mehr verstehen.

Sie haben keinen Zugang? Jetzt gratis testen!

  • Jeden Tag mehr Durchblick: Besondere Reportagen, Analysen und Hintergründe auf SPIEGEL ONLINE zu Themen, die unsere Gesellschaft bewegen, von Reportern in aller Welt.
  • Dazu die digitale Ausgabe des wöchentlichen Magazins.
  • Einmal anmelden, überall nutzen – mobil, Web, Tablet, auf allen Ihren Geräten.
  • Flexible Laufzeit, jederzeit online kündbar
Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 3/2019.
Hinweis

SPIEGEL+ kann in Ihrer App leider nicht dargestellt werden. Bitte installieren Sie die aktuelle App-Version oder wechseln Sie auf die mobile Website m.spiegel.de, um SPIEGEL+ lesen zu können. Vielen Dank!

SPIEGEL+ kann in Ihrem Browser leider nicht dargestellt werden. Bitte installieren Sie die aktuelle Version Ihres Browsers oder wechseln Sie zu einem anderen aktuellen Browser, um SPIEGEL+ lesen zu können. Vielen Dank!

SPIEGEL+ kann auf Ihrem Gerät leider nicht angezeigt werden. Bitte aktualisieren Sie, wenn möglich, Ihr Betriebssystem. Vielen Dank!