Der Brechreiz packt ihn vier bis fünf Sekunden vor Anpfiff, jedes Mal. Wenn er seine Position auf dem Spielfeld bezogen hat, inmitten der brüllenden Fans. Wissend, dass er jetzt wieder alles geben muss, 90 Minuten lang.

Die Anspannung, sagt er, sei dann kaum zu ertragen. "Mir dreht sich der Magen um, als müsse ich mich übergeben. Ich muss dann einmal so heftig würgen, bis mir die Augen tränen." Den Kopf habe er dabei immer zur Seite gedreht, Kinn Richtung Schulter, damit bloß niemand etwas bemerkt. Die TV-Kameras nicht, der Trainer nicht, die Teamkollegen nicht. Damit nie jemand fragt, was da eigentlich los ist mit ihm vor jeder Partie. Mit Per Mertesacker, dem ruhigen, souveränen Innenverteidiger.

Der Weltmeister von 2014 und Kapitän von Arsenal London sitzt in einem Thai-Restaurant im Norden der Stadt. Es ist ein Freitag im Januar. Er hat den Tisch online reserviert, einen Screenshot per Whats-App geschickt. 14.00 Uhr, zwei Personen, Mertesacker.

The "big fucking German" nennen sie ihn hier

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 11/2018.
FOTOS: HENRIK KNUDSEN / Der Spiegel, UNITED IMAGES / PICTURE ALLIANCE / PACIFIC PRESS, DEFODI / ACTION PRESS, STUART MACFARLANE / ARSENAL FC / Getty IMAGES

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