Bleisch ist Dozentin für Ethik an den Universitäten Zürich und Luzern und arbeitet zu Familienbeziehungen an der ETH Zürich und der Universität Zürich. Außerdem moderiert die 45-Jährige die "Sternstunde Philosophie" im Schweizer Fernsehen.

SPIEGEL: Frau Bleisch, Sie schreiben in Ihrem Buch, dass wir unseren Eltern nichts zurückgeben müssen. Warum nicht?

Bleisch: Beziehungen können nur gelingen, wenn wir aufhören aufzurechnen. Schuldgefühle verbinden nicht, sie trennen. Natürlich schulde ich jeder Person – meinem Nachbarn oder Ihnen oder einem Fremden –, dass ich sie respektvoll behandle. Aber allein aus der Tatsache, dass wir jemandes Tochter oder Sohn sind, ergibt sich keine Pflicht. Natürlich haben wir in guten Beziehungen immer Grund, uns umeinander zu bemühen. Erst recht in so einer speziellen Beziehung wie der zwischen Eltern und Kindern.

SPIEGEL: Was macht die Eltern-Kind-Beziehung denn so besonders?

Bleisch: Sie ist fundamental anders. Sie lässt sich nicht frei wählen. Keiner kann sich

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 5/2018.
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