Der Professor aus Bayreuth entdeckt seinen Forschungsgegenstand bei jedem Spaziergang. Auf Waldwegen, Wiesen, Äckern – überall sieht der Biologe Plastik: bunte Schnipsel, Folienfetzen, manchmal scharfkantig, manchmal bröselig, oft für ungeübte Augen nicht einmal erkennbar. "Wir beginnen gerade erst zu erahnen, welche Mengen Kunststoff sich inzwischen in der Landschaft verteilen", sagt Christian Laforsch.

Jahrelang hat sich der Ökologe hauptsächlich mit Plastikmüll in bayerischen Flüssen und Seen beschäftigt, inzwischen sieht er immer mehr Probleme an Land. Dorthin gelangt das Plastik auch auf einem wenig bekannten Weg: als Teil von kompostierten Abfällen aus der braunen Tonne oder als Gärrest aus Biogasanlagen. In einer Tonne Kompostdünger entdeckten Laforschs Leute bis zu 440.000 Mikropartikel Plastik, manchmal millimeterdick, manchmal dünner als ein Haar.

Schuld daran ist auch eine Schmuddelbranche, die über die Details ihres lukrativen Geschäfts nicht gern redet. Und Aufsichtsbehörden,

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 23/2018.
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