Benesch, 54, begann ihre Karriere als Reporterin. Für den "Miami Herald" berichtete sie aus Kriegs- und Krisengebieten wie El Salvador, Nicaragua und Haiti. Sie verließ den Journalismus, weil sie sich zunehmend als "Elendstouristin" fühlte, studierte Jura in Yale und arbeitete als Anwältin für Menschenrechte, etwa für Amnesty International. Sie lehrt an der American University und forscht am Berkman Klein Center for Internet & Society in Harvard. Vor acht Jahren gründete sie das "Dangerous Speech Project", das weltweit den Zusammenhang zwischen Sprache und Massengewalt erforscht, um Letztere zu verhindern.

SPIEGEL: Frau Benesch, können Worte töten?

Benesch: Das hängt davon ab, auf welchen Boden sie fallen. Menschen sind zwar selbstbestimmte Wesen. Aber, ja, Sprache kann sie zu Gewalt verleiten.

SPIEGEL: Sie erforschen seit Jahren, wie gefährlich Sprache sein kann, welchen Anteil sie etwa an der Entstehung von Völkermord hat. Warum treibt Sie das Thema um?

Benesch: Als Jurastudentin habe ich

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 47/2018.
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