SPIEGEL: Frau Konrad, seit der sexuellen Revolution sind rund 50 Jahre vergangen, aber die große #MeToo-Debatte hat gezeigt, dass Grapschen und Übergriffe jeden Tag zigfach geschehen. Sind Frauen für Männer immer noch Objekte?

Konrad: Wir müssen unterscheiden zwischen intimen Liebesbeziehungen und der Öffentlichkeit. Die Machtverhältnisse in Beziehungen sind viel ausgeglichener geworden. Wenn Liebe im Spiel ist, dann ist bei Männern und Frauen das Bedürfnis nach einer partnerschaftlichen Lösung groß. In der Öffentlichkeit sieht es ganz anders aus. Sexismus wird gepusht durch die Bilder, denen wir ausgesetzt sind, in der Werbung, in der Pornografie. Da werden Frauen tatsächlich zu Objekten gemacht.

SPIEGEL: Die Vielzahl der sexuellen Übergriffe ist erschreckend, aber auch, dass sie offensichtlich über Jahre verschwiegen wurden. Wieso war die Hemmschwelle für Frauen so hoch, sich offensiv zu wehren?

Konrad: Sie ist noch immer groß. Die Frauen, die im Fall Harvey Weinstein an die

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