Wenn Angelika Schreiner (Name geändert) heute an den Umsturz denkt, empfindet sie Trauer. Weil sie Sport macht, während Ölmultis Lebensraum zerstören. Weil sie in einer Band spielt, während im Mittelmeer Menschen ertrinken. Weil sie in ihr Büro fährt, während der Kapitalismus tötet. So sieht sie das. "Die Welt ist schrecklich, und ich gucke weg."

Die schlanke Frau sitzt vor der Küchenzeile ihrer Wohnung. Durch das geöffnete Dachfenster dringen Sonnenlicht und Baulärm. Bücher und Leitz-Ordner liegen auf Tisch und Boden. "Biedermeier" nennt sie ihren Lebensstil - ironisch und selbstkritisch zugleich.

"Sachen kaputtmachen fand ich prima"

Die Zeiten waren mal anders. In den Achtzigerjahren kämpfte die Studentin Schreiner in Frankfurt gegen das System, warf bei Demos vermummt im schwarzen Block Steine. Und sie unterstützte die Terroristen der RAF, klebte Plakate, sprühte Parolen. Ein paar Wochen saß sie dafür im Gefängnis.

Ihren Namen und ihren Wohnort möchte die 60-Jährige nicht verbreitet sehen.

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