SPIEGEL: Frau Lawrence, Ihren Laden gibt es seit 175 Jahren. Er ist eine Institution auf dem Kiez. Warum müssen Sie schließen?

Lawrence: Der Kiez hat sich verändert. Meine Mutter hat das Geschäft vor 50 Jahren übernommen. Sie war gelernte Schuhverkäuferin und wollte die Reeperbahn erobern. Ich führe den Laden seit 2002. Jetzt bin ich 59 und höre auf. Ich wollte, dass der Laden mit Namen und allem Drum und Dran einen Nachfolger für mich bekommt. Den gibt es auch. Aber der Vermieter macht nicht mit. Die Reeperbahn geht durch die Ballermannisierung kaputt.

SPIEGEL: Was meinen Sie damit?

Lawrence: Früher gingen die Leute auf der Meile shoppen, da gab es edle Modegeschäfte, man konnte Schmuck und Pelzmäntel kaufen. Jetzt gibt es nur noch Glitzerbuden mit Ramsch aus China. Die Qualität ist weg. Hier geht es mittlerweile schlimmer zu als auf der Schinkenstraße auf Mallorca: Junggesellenabschiede, Gegröle, Saufen. Besoffene liegen herum, alles ist schmutzig und vermüllt. Die Leute verrichten ihr Geschäft

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 36/2018.
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