Niels Annen ist die gute Laune anzusehen, als er am Mittwochmorgen durch den Innenhof des Auswärtigen Amts schlendert. Der Staatsminister war tags zuvor in Den Haag. Dort hatten die Vertreter von 152 Staaten darüber beraten, wie sich eines der größten Kriegsverbrechen der vergangenen Jahre ahnden ließe: der Einsatz von Chemiewaffen im syrischen Bürgerkrieg.

Annen hatte in der Versammlung der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OVCW) den hohen Ton angeschlagen. Würden die Täter nicht benannt und verfolgt, "werden sie weitermachen". Der Einsatz der "schrecklichen Waffen", forderte der Sozialdemokrat, müsse ein Ende finden. Als Annen sprach, wussten deutsche Diplomaten bereits, dass sie die entscheidende Abstimmung gewinnen würden. Gemeinsam mit den Briten und anderen westlichen Staaten hatte Berlin eine Resolution eingebracht, die den Auftrag der OVCW radikal erweitern soll.

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 27/2018.
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