Der Fluch der bösen Tat, so hat es Schiller formuliert, ist ihr Fortwirken – "dass sie, fortzeugend, immer Böses muss gebären". So ist es auch mit Russlands Annexion der Krim. Sie gebiert immer neue Ungerechtigkeiten, das Schicksal von Oleh Senzow zeigt es. Der ukrainische Regisseur gehört zu den wenigen Einwohnern der Krim, die sich 2014 der Übernahme widersetzten. Die russische Justiz bestrafte ihn dafür und verurteilte ihn wegen "Terrorismus" zu 20 Jahren Haft – gestützt auf Zeugenaussagen, die unter Folter gewonnen und später widerrufen wurden. 

Aber Russlands Justiz konnte nicht anders: Widerstand musste im Keim erstickt werden. Eine Überstellung des Häftlings an Kiew lehnte Moskau ab – mit dem absurden Argument, man liefere keine russischen Staatsbürger an fremde Staaten aus. Doch auch das hatte seine spezielle Logik: Mit der Krim hat Moskau sozusagen auch die Einwohner annektiert. Nun sitzt der alleinerziehende Vater Senzow seine Haft am Polarkreis ab. So weit, so böse. 

Was Senzow

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 35/2018.
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