Kurz vor ihrem 91. Geburtstag operiert Alla Ljowuschkina einen Bauarbeiter mit Hämorrhoiden. Es ist ihre erste OP an diesem Tag im Krankenhaus Nummer 11 in Rjasan, ein paar Hundert Kilometer südöstlich von Moskau. Ljowuschkina zieht ihre sterilen Handschuhe an, ihren Mundschutz, stellt sich wie gewohnt auf ihren Tritt. Sie ist nur 1,52 Meter groß und braucht diesen Tritt, um an ihre Patienten heranzukommen. Sie nennt ihn "meine Kutsche".

Der Morgen beginnt, wie eigentlich jeder Morgen bei ihr beginnt, seit 67 Jahren. Ljowuschkina ist Proktologin und blickt in ein menschliches Gesäß.

Sie operiert gern nach dem Milligan-Morgan-Verfahren, benannt nach zwei britischen Ärzten, die es in den 1930er-Jahren entwickelten. Sie zieht mit Klemmen die drei hämorrhoidalen Knoten nach außen, trennt das überschüssige Gewebe ab, lässt Hautbrücken zwischen den Wunden. Sie näht die Wunden nicht, denn nach Milligan-Morgan verheilen die Wunden offen.

So ein netter Kerl, denkt Ljowuschkina, der muss unbedingt wieder

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 23/2018.
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