Den asozialsten und unsolidarischsten Umgang miteinander pflegen in Deutschland traditionell jene Kräfte, deren Ziel eine soziale und solidarische Gesellschaft ist. In diesem Widerspruch liegt die große Tragik der politischen Linken im Lande. Ihre notorische Neigung zur Selbstzerfleischung, ihr Hang zur Rechthaberei und zur Haarspalterei war über die Epochen hinweg eine Art Lebensversicherung für konservative Kräfte in Deutschland. Sie hätten seltener regiert, wenn sich die Linke nicht so häufig darüber zerstritten hätte, welcher der richtigen Wege nun der allerrichtigste ist.

Schon 1917 spalteten sich mehr als hunderttausend Genossen von der SPD ab und gründeten die "Unabhängige Sozialdemokratische Partei Deutschlands". Alles, "was an energischen Leuten noch vorhanden ist", neige nun der USPD zu, klagte der große Sozialdemokrat Otto Wels kurz nach Gründung der Konkurrenz. Zwar blieb die USPD ohne nachhaltigen Erfolg, auch weil sie selbst Opfer von Abspaltungen wurde. Die Zersplitterung

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Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal in der SPIEGEL-Ausgabe 33/2018.
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